Pädagogische Konzeption

a) Unser Bild vom Kind

"KINDER SIND WIE EDELSTEINE - EINZIGARTIG UND WERTVOLL"

(Saint-Exupery)

Wir sehen jedes Kind als einzigartige Persönlichkeit mit seinen individuellen Besonderheiten, seinen Stärken, seinem Temperament, seinen Anlagen, seinen Eigenaktivitäten und seinem Entwicklungstempo. Das Kind ist ein wertvoller Akteur seines eigenen Lebens. Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit angenommen und dort "abgeholt", wo es in seiner Entwicklung steht.

 
b) Unser pädagogischer Schwerpunkt

Unsere Überzeugung ist, dass unsere Kinder für das erfolgreiche Meistern ihres Lebensweges, gerade im Kindergartenalter einen sicheren Rahmen, Orientierungshilfen und Geborgenheit brauchen.

Bei uns im Kindergarten entwickeln die Kinder zentrale Fähigkeiten wie selbständiges Handeln, sich auf neue Situationen einlassen und diese mit Erfolg meistern, bestehende Freundschaften aufbauen wie pflegen, Freude am Lernen erleben, sich Wissen aneignen um den Radius der eigenen Wege kontinuierlich zu erweitern.

Mit unserer Pädagogik möchten wir einen Beitrag leisten zur sozialen Sicherheit und Orientierung, weil dieses Plattformen sind, von denen sich die Kinder selbständig in die nächste Lebensphase bewegen.

c) Das Recht des Kindes

Die Generalversammlung der UNO hat 1959 die Rechte des Kindes festgeschrieben - Daraus resultieren folgende Rechte, die die KInder in unserer Einrichtung erleben und leben.

Das Recht darauf, so akzeptiert zu werden, wie es ist, unabhängig von seiner Religion, Nationalität und Herkunft.

Das Recht auf einen individuellen Entwicklungsprozess, sein eigenes Tempo und die darauf abgestimmte Förderung und Unterstützung.

Das Recht auf Phantasie und eigene Welten.

Das Recht darauf, vielfältige Erfahrungen durch Forschen und Experimentieren zu machen.

Das Recht auf Hilfe und Schutz bei außergewöhnlichen Lebenssituationen.

Das Recht darauf, aktive und soziale Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen zu gestalten und dabei unterstützt zu werden.

Das Recht auf selbstbewußte, verantwortungsvolle und engagierte Bezugspersonen und eine partnerschaftliche Beziehung zu diesen.

Das Recht auf eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindergarten.

Das Recht darauf, die Konsequenzen des eigenen Verhaltens zu erfahren, zu spüren und zu lernen, sich mit Forderungen auseinander zu setzen.

Das Recht auf eine der Bedürnisse der Kinder entsprechend gestaltete Umgebung.

Das Recht darauf, zu essen und zu trinken, wenn es Hunger oder Durst hat, aber auch zu lernen, die eigenen Bedürfnisse im Sinne einer gesunden Entwicklung zu regulieren.

 Unser Grundprinzip der Umsetzung der Kinderrechte ist die

d) Partizipation

Partizipieren bedeutet: Mitwirken, mitgestalten, mitbestimmen zu können.

Für eine erfolgreiche Bewältigung der Entwicklungsaufgaben im Kindesalter ist es erforderlich, dass sich Kinder als handelnde Menschen erleben können, die Einfluss auf ihr eigenes Leben haben.

Kinder erleben Partizipation in unserem Haus durch:

Regelmäßige Kinderkonferenzen:

Gemeinsame Regeln für ein gerechtes, funktionierendes Miteinande rvorschlagen und festlegen; Demokratische Abstimmungen für die für Kinder wichtigen Entscheidungen;  Konfliktlösungen finden und Konsequenzen erarbeiten.

Mitwirkung bei Projekten:

Ideensammlung mit den KIndern (Brainstorming); Interessengruppen bilden, um Talente und Vorlieben der Einzelnen zu berücksichtigen.

Situationsorientiertes Handeln:

Angebote auf aktuell interessen der KInder anpassen.

Selbstbestimmung:

Freispiel - freie Wahl des Spielpartners, des Spielzeuges, des Spielortes und der zeitlichen Dauer. Wir ermöglichen den Kindern, Entscheidungen im kindgerechten Rahmen in allen Bereichen des Alltags (Bastelangeboten, Mittagessen usw.) zu treffen.

 

Beschwerdemanagement

Das worüber Kinder sich beschweren, ist für sie bedeutsam“

Die Kinder erleben, dass ihre Äußerungen ernst genommen werden, und sie für die Gemeinschaft wichtig sind, gleichzeitig lernen sie, sich für etwas einzusetzen. Sie erfahren, dass sie Einfluss auf ihr unmittelbares Umfeld haben. Nur wer weiß, was er braucht, hat die Chance, es zu bekommen.

Dies geschieht selbstverständlich in einem vom pädagogischen Personal vorgegebenen Rahmen.

Was mir gut tut, tut auch den anderen gut“.

Kinder, die sich selbstbewusst für ihre Rechte und Bedürfnisse einsetzen, sich wertschätzen und sich selbstwirksam fühlen, sind besser vor Gefährdungen geschützt. Dieses Bundeskinderschutzgesetz trat am 01.01.2012 in Kraft.

Die Beschwerde äußert ein Bedürfnis.

Wie das Wort schon sagt, etwas oder jemand macht es mir  „schwer“. Schwer wird als Last empfunden.

Wenn darauf reagiert wird, kann das Kind zu einer Lösung gelangen und ist wieder zufrieden, es erfährt eine Befriedigung, in beiden Wörtern steckt das Wort „Frieden“, ein Grundbedürfnis des Menschen.

Kinder haben Rechte. Sie brauchen Erwachsene, die sie dabei unterstützen ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, zu äußern und Wege zu finden, diese zu stillen. Wir respektieren die Grenzen der Kinder und akzeptieren ein „nein“ zur körperlichen Nähe, somit zeigen wir Respekt vor seiner Individualität.

„Nein, ich will das nicht!“

Nur wenn ein Kind erfährt, dass eine Grenzensetzung in Ordnung ist und als berechtigtes Bedürfnis anerkannt wird, kann es lernen sich abzugrenzen. Der aktive Schutz des Kindes beginnt nicht mit der Aufforderung: „Wehr dich!“ sondern mit der Ermächtigung des Kindes seine Grenzen zu setzen, mit der Erlaubnis, „nein“ zu sagen, auch Bezugspersonen gegenüber.

Erst im nächsten Schritt können Kinder sich aktiv beschweren lernen, indem sie Grenzverletzungen benennen.

Wir unterscheiden verschiedene Arten von Beschwerden:

-       -Verhinderungsbeschwerde: „Stopp meins“, Grenzüberschreitungen einschränken, verhindern, Stoppregeln aufstellen.

-       -Ermöglichungsbeschwerde: Lässt etwas Neues entstehen, z.B.“Der ärgert mich immer“

-oder über einen Erwachsenen Hilfe holen

-      -Beschwerden über Materialangebot: „nie bekomme ich das Polizeiauto

-      -Beschwerden über Regeln: „Warum dürfen nur 3 Kinder in die Puppenecke?“ – je mehr Regeln umso mehr Beschwerden

-         

Beschwerdemanagement – Kinder:

Im Alltag sind die Kinder soweit partizipiert, dass sie Beschwerden sofort loswerden dürfen und nach Möglichkeit diese auch sofort entsprechend aufgenommen werden.

Bei Streitigkeiten wird jedes Kind angehört und seine Beschwerde ernst genommen, dann nach einer Lösung gemeinsam gesucht. Danach wird die für alle betreffenden Kinder akzeptable Lösung umgesetzt.

Kinder werden in Kinderkonferenzen angehört.  So können sie allen von ihren Problemen erzählen und es kann gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden.

Gefühle werden visuell mit verschiedenen Smileys dargestellt.

 

Beschwerdemanagement – Eltern:

Indirekt über den  Elternbeirat, persönlich, oder telefonisch.

Die Eltern werden bei gemeinsamen Veranstaltungen, insbesondere beim 1. Infoabend darauf hingewiesen.  Der Elternbeirat trifft sich regelmäßig mit dem Kindergarten-Team und es werden Beschwerden angesprochen und gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

Einmal im Jahr wird eine Elternbefragung durchgeführt. Anliegen, Beschwerden und Wünsche werden vom Kindergartenteam ausgewertet. Die Ergebnisse werden für die Eltern an der Infotafel veröffentlicht.

Elternsprechtage und Sprechzeiten der Gruppen-, bzw. der Kindergartenleitung hängen an der Infotafel.  Für kurzfristig gewünschte Gespräche nimmt man sich ebenfalls Zeit genommen. Bei Tür-und Angelgesprächen werden die Anliegen ernst genommen, und wenn möglich sofort eine Lösung gesucht.  Konflikte werden von uns, wenn notwendig, offen angesprochen und konstruktiv als „normale“ Vorkommnisse behandelt.

 

Ein fundiertes Beschwerdemanagement bietet dem Kindergarten  ein vielfältiges Chancenpotential. Anregungen und Beschwerden werden im Rahmen des Möglichen stets ernst genommen.

 

Ablaufschema

Der Weg der Beschwerde:

Beschwerdeführende wenden sich mit ihren Anliegen persönlich, schriftlich, telefonisch… an….

….Eine Mitarbeitende:

Die Beschwerde  kann von dieser bearbeitet werden, anschließend wird die Leitung informiert.

Die Beschwerde kann nicht sofort bearbeitet werden, wird  diese an die Leitung weitergegeben, dokumentiert, und dem Beschwerdeführer eine zeitnahe Bearbeitung mitgeteilt.

...An den Elternbeirat:

Der EB sucht das Gespräch mit der Leitung und trägt die Beschwerde vor.

Die Leitung entscheidet über die weitere Vorgehensweise. (Gespräch mit dem Beschwerdeführenden, der Mitarbeiterin, wenn nötig Info an den Träger)

 

…An den Träger:

Der Träger nimmt die Beschwerde entgegen und informiert die Leitung. Träger und Leitung stimmen sich über die Vorgehensweise  miteinander ab.

 

Grundsätzlich gilt:

Gravierende Beschwerden werden immer besprochen und dokumentiert. Bei schwerwiegenden Gesprächen sind stets zwei Mitarbeiterinnen anwesend, eine führt das Gespräch, die andere schreibt das Gesprächsprotokoll. Jede Partei erhält ein Protokoll.