Methoden unserer pädagogischen Arbeit

Unsere Ziele erreichen wir durch vielfältige Methoden, die im Wechsel den KiGa-Tag prägen:



1. Rituale
  • Morgen- und Mittagkreis
  • Geburtstagsfeier
  • Wochenabschluss
  • Wochenbegrüßung
2. Selbstbestimmung
  • Brotzeit
  • Freispielzeit
  • Gartenangebot
  • Werkstatt
  • Kinder-Super-Raum
  • "die anderen Gruppen besuchen"
Unsere Methoden
3. Angebote
  • pädagogische
    Lern- und Entwicklungsangebote
  • Religionspädagogische Einheiten
  • Kreatives Gestalten
  • Bewegungs- und Entspannungsangebot, Phantasiereisen, Turnen, Stuhlkreis, Spaziergänge, Kochen, Exkursionen, Kinderkonferenz
4. Projekte
  • PROLEKO - wissenschaftliches Projekt zur Förderung der Lese-Vorkompetenz in Zusammenarbeit mit der LMU-München und der Stiftung Bildungspakt-Bayern
  • Themenbezogene Projekte in der Gruppe
Gruppenübergreifende Projekte:
  • Werkstatt - Experimentieren mit Holz und anderen Materialien
  • Vorschulprojekt
5. Traditionen
  • Feste
  • Ausflüge
  • Familienwanderung
  1. Rituale als Orientierung
  2. Dinge und Handlungen weisen eine Regelmäßigkeit auf.
    Kinder brauchen und lieben Rituale. Dadurch, dass Dinge und Handlungen eine Regelmäßigkeit aufweisen, kann man sie leichter aufnehmen und leichter verstehen. Vertraute Abläufe schaffen Geborgenheit und führen zu mehr Selbstvertrauen. Die Kinder bekommen Mut zum Mitmachen, denn das, was von einem erwartet wird, ist bekannt.
    Gleichzeitig tragen liebevoll gestaltete Rituale dazu bei, dass wir Dingen, die wir jeden Tag tun, mit Wertschätzung und Aufmerksamkeit begegnen.
    Rituale vermitteln den Kindern Sicherheit, geben Orientierung, strukturieren den Tagesablauf oder auch den Jahresverlauf.

    Beispiel: DER MORGENKREIS

    Nachdem alle Kinder im Kindergarten eingetroffen sind, beendet ein akustisches Signal die Freispielzeit, und wir treffen uns zum Morgenkreis.
    Ein Kreis ist etwas Rundes, Kantenloses. Er gibt jedem Kind das Gefühl des Aufgenommenwerdens, Aufgehobenseins und der Verbundenheit.
    Wir begrüßen uns im Morgenkreis, überlegen, welcher Wochentag ist, schauen, wer da ist, bzw. wer fehlt, wir zählen durch - wir kommen an.
    Im Morgenkreis tauschen wir Informationen aus, geben einen Überblick über geplante Aktivitäten, und die Kinder teilen sich in die verschiedenen offenen Spielbereiche ein. Der Morgenkreis gibt dem Kind somit Orientierung für den Tag, und es kann entspannt und gefestigt den neuen Kindergartentag beginnen.

  3. Selbstbestimmung
  4. Das Freispiel ist ein komplexes Geschehen während einer bestimmten Zeitdauer, das sich jedesmal neu aus dem spontanen Tätigwerden des Kindes und der zurückhaltenden Aktivität der Erzieherin entwickelt. Dem Freispiel kommt die Qualität des freien und des spontanen Spielens zu, eingebettet in unterstützende pädagogische und institutionelle Bedingungen.
    Das Kind sucht sich dabei den Spielort und den Spielpartner selbständig aus.

    Beispiel: DAS FREISPIEL - Das Spiel als Entdeckungsreise und Lernprozess

    Nach dem Morgenkreis verteilen sich die Kinder auf verschiedene Spielstationen. Das geschieht durch ein Ritual, indem die Kinder dazu angehalten werden, sich eine Spielsituation außerhalb des Gruppenraumes (Garten, andere Gruppe, Werkstatt, evtl. Küche, ...) zu wählen. Sind die Spielbereiche schon belegt, suchen sich alle verbleibenden Kinder Spielecken, Tische etc. im Gruppenraum (Maltisch, Brotzeittisch, Leseecke etc.). Das Freispiel bedeutet für das Kind freie Wahl des Spielpartners, des Spielzeuges, des Spielortes und der zeitlichen Dauer. Dabei können sich die Kinder nach ihren Wünschen und Bedürfnissen frei entfalten und spielerisch Methoden-, Lern-, Sprach-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen erwerben (Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Sozialfähigkeit im Miteinander und in der Auseinandersetzung mit anderen, Sprachfertigkeit,
    Kreativität, ...).

    Das Spiel ist die ureigenste Ausdrucksform des Kindes.
    Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse. Spiel ist die elementare Form des Lernens.

  5. Gezielte Angebote
  6. Kinder kommen mit enormem Wissensdurst in den Kindergarten.
    Um diese Lernfreude zu erhalten und zu unterstützen, müssen die Kinder auf ganzheitliche Weise gefördert werden. Das heißt, es müssen alle Sinne der Kinder angesprochen werden und sie sollen so ganzheitlich erleben und lernen dürfen.
    Darum bieten wir in unserer Einrichtung verschiedene Angebote an.
    Zum einen Angebote, die jeden Tag stattfinden können wie: Gespräche, Kinderkonferenzen, Stuhlkreise, Bilderbücher, Basteleien oder religionspädagogische Einheiten, zum anderen aber auch Angebote, die etwas Besonderes für die Kinder sind wie: Kochen, Turnen, Spaziergänge, Werkstattwochen (z.B. Osterwerkstatt) oder Ausflüge.

    Beispiel: KINDERKÜCHE - Kochen mit Kindern: ein pädagogisches Projekt

    Kochen mit den Kindern heißt für uns nicht nur, kulinarische Genüsse zu erleben oder was für den kleinen Hunger zwischendurch zu tun, es heißt für uns - pädagogisches Angebot:
    Auch das Kochen verbirgt viele Lerneffekte, welche auch im Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) festgelegt sind (§ 6: mathematische Bildung, § 7: naturwissenschaftliche Bildung, sowie § 13: Gesundheitserziehung)

    Und so geht’s:

    ... das machen wir: ... und das lernen wir:
    Wir wissen, was wir kochen wollen und überlegen, welche Zutaten wir benötigen. Wir lernen, uns Hilfe aus Kochbüchern zu holen oder wenden bereits Gelerntes an.

    Wir schreiben (malen) Einkaufszettel Wir suchen Möglichkeiten, uns etwas zu merken, indem wir es aufmalen oder betreuts aufschreiben.

    Wir gehen einkaufen. Dabei beachten wir die Regeln im Straßenverkehr und achten aufeinander - Verantwortung übernehmen.

    Im Geschäft. Anhand des Einkaufszettels erinnert sich jedes Kind an die Zutaten, die es in den Korb legen soll - Merkfähigkeit. Die großen Kinder dürfen selbst bezahlen - erster Umgang mit Geld.

    Zurück im Kindergarten. Wir achten auf Hygiene und Gesundheit - z.B. Hände waschen und Schürze umbinden.

    Wir kochen. Das heißt: messen, wiegen, vermengen, schneiden, umschütten, einfüllen ... - Maße, Gewichte und Kochtechniken.

    Wir genießen. Das Endergebnis wird natürlich verspeist. Dazu gehört auch ein schön gedeckter Tisch - Kennenlernen der Esskultur.

    Viele Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen werden beim Kochen angesprochen und geschult.

    So auch:

    - Wahrnehmung mit allen Sinnen (hören, sehen, fühlen, schmecken, riechen)
    - Entwicklung von Sozialverhalten (gegenseitige Rücksichtnahme).
    - Anwendung von bereits Gelerntem (Fett schmilzt beim Erwärmen, Wasser dampft beim Kochen und kondensiert am Deckel ...).
    - Übung der Feinmotorik, Handgeschick (eine Prise streuen, dünne Scheiben schneiden, ...).

    Der allerwichtigste Punkt für die Kinder heißt aber:
    "Selber Kochen macht Spaß und schmeckt viel besser".

  7. Projekte
  8. Ein Projekt ist eine Handlungs- und Erfahrungsaktivität, die den Kindern die Möglichkeit gibt, sich mit sich selbst, anderen Menschen und Gegenständen auseinander zu setzen. Dabei berücksichtigt ein Projekt nicht nur die inneren Lebensthemen der Kinder, sondern auch das Umfeld und macht diese zum Ausgangspunkt der Arbeit.
    Projekte dienen damit als Lernerfahrung und "Verarbeitungshilfen", so, dass Kinder sich aus Irritationen und Verwicklungen entwickeln können.
    Ein Projekt ist inhaltlich und zeitlich definiert. Jedes Projekt ist charakterisiert durch Zielfindung, Planung, Durchführung und Besprechen der Erkenntnisse und Erfahrungen.

    Beispiel: EIN VORSCHULPROJEKT - jährlich wechselnd

    In diesem Projekt stellen wir uns auf die entwicklungsbedingten Fähigkeiten der Vorschulkinder ein. Die 6-jährigen haben andere Bedürfnisse als ihre jüngeren Spielgefährten. So zum Beispiel

    - das Bedürfnis, die Welt differenzierter zu entdecken und zu erforschen,
    - das Bedürfnis nach mehr Wissen, sowie
    - das große Bedürfnis zu experimentieren und sich feinmotorisch zu betätigen

    Um die "Grossen" in ihrer Entwicklung besser zu fördern, haben wir das Vorschulprojekt entwickelt. Im vergangenen Kindergartenjahr haben wir den Schwerpunkt unserer Projektarbeit auf Bücher gesetzt. Die Vorschulkinder beider Gruppen trafen sich einmal in der Woche, um gemeinsam auf Bücher-Entdeckungsreisen zu gehen. Bilderbücher sind differenzierte und vielschichtige Werke, deren Vermittlung immer den kindlichen Kompetenzen und Bedürfnissen angepasst werden kann. Es ist ein langer Weg vom Interesse an ersten Bildern und Buchstaben über das Lesen- und Schreibenlernen, bis zum Verstehenlernen unterschiedlicher Texte in Büchern, Zeitungen oder im Internet. Durch unser Projekt konnten wir die Kinder auf diesem faszinierenden Weg begleiten und unterstützen. Und wir konnten somit den Kindern einen lustvollen, engagierten und alltäglichen Lernprozess anstossen. Kinder, die im Kindergarten einen ungezwungenen Umgang mit Büchern pflegen - denen Bücher also vertraut sind und denen viel vorgelesen wird - werden eine natürliche Motivation für das Lesenlernen mitbringen und das haben wir uns im letzten Jahr als Ziel unserer Projektarbeit gesetzt. Im Rahmen des Projektes entwickelten die Kinder ein Geschichtenbuch und ein Kinderlexikon und machten dabei die Lernerfahrung, wie ein Buch entsteht.

  9. Traditionen
  10. Traditionen sind Überlieferungen von Kulturbesitz auf nachfolgende Generationen in mündlicher oder schriftlicher Form.
    Auch in unserer Einrichtung haben sich über die letzten Jahre hinweg verschiedene Traditionen entwickelt.
    Zu unseren Traditionen gehören verschiedene Feste (z.B. Sommerfest, Vorschulübernachtungsfest), verschiedene Ausflüge (z.B. Kindergartenausflug, Vorschulausflug), sowie Familienwanderungen.

    Beispiel: VORSCHULÜBERNACHTUNGSFEST

    Einen ganz besonderen Platz hat in den letzten Jahren unser Vorschulübernachtungsfest eingenommen:
    Am Ende des Jahres dürfen unsere Vorschulkinder eine Nacht in unserer Einrichtung verbringen. Es wird zusammen gegessen, gespielt und im Kindergarten geschlafen. Für die Kinder ist es oft ein großer Schritt, sich von ihren Eltern zu lösen und nicht zu Hause zu schlafen. Aber alle Kinder geben ihr Bestes und wollen beweisen, dass sie zu den "Großen" gehören. Für alle ist nun klar, dass sich die Kindergartenzeit dem Ende entgegen neigt und die Zeit zum Abschied nehmen gekommen ist.
    Nach diesem Fest wachsen die Vorschüler meistens zu einer noch engeren Gruppe zusammen.

6. Tagesablauf / so sieht unser Tag aus:

  • von 7 Uhr bis 8.30 Uhr: Bringzeit
  • 7 Uhr bis 8 Uhr Frühdienst in der Sternschnuppengruppe
  • freie Spielzeit für die Kinder in ihrer jeweiligen Gruppe
  • 8.45 Uhr Morgenkreis in jeder Gruppe
  • Freispielzeit: Öffnung der verschiedenen Spielbereiche (Werkstatt, Kindersuperraum, Garten, andere Gruppe)
  • Abschlusskreis, Leseclub, Stuhlkreis oder offene Angebote
  • 12.00 / 13.00 Uhr Mittagessen für alle angemeldeten Mittagskinder, mit anschl. Zähneputzen
  • Garten- und Freispielzeit
  • Um 13 Uhr sammeln sich alle Kinder in der Regenbogengruppe
  • Ab 12.30 bis 14/15 oder 17 Uhr: Abholzeit

Parallel zur Freispielzeit werden gezielte Angebote durchgeführt.

7. Raumkonzept

  1. Gruppenräume
  2. Die Gruppenräume werden individuell, nach den entsprechenden Bedürfnissen der Kinder gestaltet. Denn die Gruppenräume sind klein und können nicht immer alle gewöhnlichen Spielstationen vereinen. Jedoch wird nach den Bedürfnissen der Kinder die Raumsituation verändert und entsprechend durch Material und Ecken angepasst. So erleben sie viele Möglichkeiten des Material-, Spiel- und Medienangebotes. Die Kinder lernen durch ihre Interaktion mit den anderen Kindern und den ErzieherInnen, aufgrund der Begrenztheit des Raumes, den anderen wahrzunehmen und zu achten, Rücksicht zu nehmen. Sie spüren die Grenzen des anderen und akzeptieren sie. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen und dafür auch die Verantwortung zu tragen.

  3. Werkraum
  4. Im Werkraum steht den Kindern ein Werktisch mit vier Schraubstöcken, ein Maltisch, Werkzeuge, sowie verschiedene Materialien zum Ausprobieren zur Verfügung.
    Im Werkraum wird gewerkelt, ausprobiert, gemalt, gestaltet.
    In angeleiteten Angeboten wird der richtige Gebrauch der Werkzeuge vermittelt und die Kinder lernen unterschiedlichste Materialien kennen (Holz, Plastik, Kork, Styropor, verschiedenste Naturmaterialien).
    Erst wenn die Kinder wissen, wie die Werkzeuge richtig gehandhabt werden, dürfen sie während der Freispielzeit selbständig die Werkstatt nutzen.
    Im Freispiel üben die Kinder den Gebrauch der Werkzeuge, können so Handgeschick und Feinmotorik verbessern und gewinnen Sicherheit beim Werken. Der Krafteinsatz, die richtige Dosierung und die entsprechend notwendige Koordination werden gefestigt.
    Durch die Freiheit des eigenständigen Gestaltens steht das Experimentieren mit verschiedensten Materialien und die Phantasie der Kinder im Vordergrund.

  5. Kinder-Superraum
  6. Der Kinder-Superraum ist ein mit Teppichboden ausgelegter, offener Raum.
    In einer Kinderkonferenz wurde gemeinsam die Nutzung des Raumes beschlossen.
    So entstand der "Kindersuperraum". Der Raum ist an kein bestimmtes Konzept gebunden. Er ist der Situation entsprechend wandelbar. Der Superraum ist relativ regelfrei. Es herrschen nur die Regeln des Zusammenlebens.
    Die Kinder können sich in ihm bewegen, Höhlen bauen, Kinder der anderen Gruppe treffen, Musik hören.
    Durch minimalen Aufwand kann der Superraum auch als Ruheraum umfunktioniert werden. So lernen die Kinder auch den Wechsel zwischen Ruhe und Bewegung, Spannung und Entspannung.

  7. Garten
  8. Der Garten ist gut zu überblicken und enthält keine unüberschaubaren Ecken.
    Die Kinder finden Gelegenheit zur aktiven und ungebremsten Bewegung, können ihren Gleichgewichtssinn ausprobieren, die Fein- und Grobmotorik üben, Körperbeherrschung lernen und sich mal so richtig auslaufen.
    Der Garten steht den Kindern auch während der Freispielzeit zur Verfügung.